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Briefe - Aus Perm

In der Tat hat der Apfel vor der Perm-Regionalen Bibliothek namens A.M. Gorki mit dem amerikanischen Unternehmen nichts zu tun. Wenigstens hat die ukrainische Autorin der Idee diese Skulptur anders positioniert: die angebissene Frucht soll als „visuelle Metapher von Perm“ angenommen werden. Ob es ernst oder spöttisch gemeint war, das kann Jeder selbst beurteilen.

Die giftig-grüne Schale ist aus keramischen Tafeln gebastelt, das Mark – aus gebrauchten alten Ziegelsteinen. Es scheint so, die Ziegel wurden auf den Stadtruinen aufgesammelt, haben also den Konstrukteur sicher nicht pleite gemacht. Trotzdem hat der „Meisterwerk“ dem Stadtbudget-2010 1 Million Rubel gekostet! Permer Einwohner schauen die neue Sehenswürdigkeit mit Unzufriedenheit an: zu teurer Fruchtrest sieht absolut unästhetisch aus und, klar, möchte kein normaler Mensch seine Heimatstadt mit einem Abfallstück assoziieren.
Ich ging neulich der Perm-Gorki-Bibliothek vorbei und konnte mir nicht daran absagen, den Apfel näher zu betrachten. Meine Hoffnung, dass ich ihn aus der Nähe sympathischer, als auf den Fotos, finde, war aber völlig grundlos: der Dreimeterspeiserest hat auf mich abstoßend gewirkt. Ich bin schneller weggegangen, mit der Frage im Kopf, wo man denn so einen Müllcontainer nehmen soll, um den Platz vor der regionalen Hauptbibliothek aufräumen zu können…

     

Das weltbekannte Emblem von „Apple“ – ein angebissener Apfel - hat eine geschmacksvolle Gestalt, was leider der „visuellen Metapher von Perm“ sehr fehlt. Wahrscheinlich darum sind die Veranstaltungen der Bibliothek (zwischen denen im März 2011 – die Fotoausstellung „Deutschland“) mit dem Bild annonciert, das noch vor der Apfel-Erscheinung gemacht wurde. http://prm.ru/photo/2011-03-01/103537