| Briefe - Aus Perm |
Permer „Manneken Pis“:
„Wir sind Kulturhauptstadt!“
Der berühmte Manneken Pis aus Brüssel hat nun in Perm seinen Konkurrent: Permer „Manneken Pis“, wie ihn das Volk sofort genannt hat, ist zwar keine Statue, sondern ein Bild auf dem Straßenbanner, steht aber in vielen Punkten der Stadt. Auch ein Vorteil vor belgischem Kleinen könnte sein, er ist kein Waise, sondern hat Geschwister: ein „trinkendes Mädchen“, einen „Kerl mit Baseball Schläger“ und einen Mensch, der Müll wegwirft. Auf den Bannern steht: „Perm ändert sich. Ändere dich auch. Wir sind Kulturhauptstadt Europas“.

Nach der Meinung des Regionalkultministeriums soll diese Sozialwerbung bestimmte schlechte Angewohnheiten der Bewohner ausrotten, ein schwarzer Kreuz zeigt eindeutig, welche Handlung in der „Kulturhauptstadt Europas“ nicht gestattet ist. Erwachsene Permer sehen die Banner trotzdem ohne Enthusiasmus an. Sie meinen, das Geld, das für diese „Anschaulichkeit“ ausgegeben wurde, könnte auf irgendeiner anderen Weise der Kultur in der Stadt dienen, dazu ekelt die Direktheit der Bilder der älteren Generation. Weniger seriöse Jugendliche scherzen, welche noch Handlungen von Jungs und Mädchen man auf Bannern darstellen könnte.
Aber ohne jeglichen Scherz zu sagen: der brüsseller Junge macht wirklich Unfug, weil es in ganzem Europa meist kein Problem mit öffentlichen Toiletten gibt. Wozu denn auf der Straße pinkeln??? Sein Permer Kollege hat aber ernste Gründe dazu: in der Kulturhauptstadt kann man kaum einen WC finden…

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Aktualisiert (19. April 2011)



