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Leben - Sitten

28.Februar – 6. März 2011

Seit heidischen Zeiten feiert russisches Volk das Ende des harten Winters, der in einigen Regionen bis 5 Monaten dauert, und nennt das Fest „Masleniza“ (Butterwoche). Da der kalte, finsterer Winter weggeht und der sonnigen und blühenden Frühling den Weg befreit, wurde bei Slawen eingeführt eine grosse Puppe zu basteln und sie dann am Ende des Festes feierlich zu verbrennen, als wenn mit Feuer die Frühlingswärme anzunähern. Ganze Woche herrschte in russischen Städten und Dörfern feierliche Atmosphäre, Menschen machten Besuche und luden einander zu traditionellem Masleniza-Gericht ein - Bliny.

Interessant war die Kombination des ursprünglich heidischen Festes mit orthodoxem Ostern. Die Masleniza-Woche war ein Aufblitzen der Freude und der Völlerei vor langer und strenger Fastenzeit. Zuerst - harter Winter, Frost und kurze Tage, dann eine Woche des russischen Karnevals, dem Masleniza verwandt ist , und nach den satten und lustigen sechs Tagen kam der Sonntag der Vergebung - der Tag, der die heidische Verbrennung der Masleniza-Puppe und die christliche Idee allen ihre Schulde zu verzeihen vereinigte. Sehr typisch für loyale russische Kultur, die verschiedene Traditionen und Sitten annimmt und zu sich adaptiert.

Auch heute ist Masleniza in Russland geliebt. Jede gute Hausfrau hat eigenen Rezept für Bliny, oft sind diese Rezepte von Mutter zu Tochter übergeben und können ein Stolzobjekt der Familie sein. Gute, dünne und leckere Bliny machen ist eine Kochkunst und man lernt es oft lange genug. Wenn Sie Sich und Ihre Nächste mit russischem Masleniza-Gericht verwöhnen möchten, seien Sie bitte nicht traurig, wenn Sie von der Pfanne am Anfang einen unvollkommenen Fladen abnehmen. Nicht zufällig sagt ein altes russisches Sprichwort: „Der erste Blin ist ein Klumpen“, was dem deutschen Ausdruck „Aller Anfang ist schwer“ entspricht. Nach zwei-drei ungelungene Bliny werden Sie verstehen, wie viel Teig Sie in die Schöpfkelle nehmen und wie die Pfanne richtig drehen sollen. Und wenn Sie dann einen gebräunten Haufen Bliny zum Tisch tragen, werden sich Erwachsene und Kinder gleich freuen und von Ihren Fähigkeiten begeistert sein.

Ein Rezept der russischen Bliny für Sie
(15 bis 20 Stück)

Zutaten:

  • Milch – 500 ml
  • Eier – 3 St.
  • Zucker – 2 Esslöffel
  • Mehl – 280 g
  • Salz – 1 Teelöffel
  • Öl – 3 Esslöffel
  • Butter für Schmieren

Kochen:

Copyright: Elena
In einer Schüssel Eier, Salz, Zucker vermischen, 200 g Milch hinzufügen und wieder vermischen. Dann werden Mehl, 300 ml Milch und als letzte das Öl hingefügt und bis homogenen Zustand vermischt. Der Teig soll leicht fließen können. Dann lässt man den Teig etwa 15 Minuten stehen.

Eine gut erhitzte Pfanne mit Öl schmieren und, die Pfanne in der Hand haltend, Teig aus einer Schöpfkelle gießen und die Pfanne leicht drehen, so dass der Teig sich über ganze Pfannenfläche verteilen. Wenn die Teigranden trockener sein werden, soll man den Blin mit einer breiten Schaufel vorsichtig umdrehen und die andere Seite auch bräunen.


Den fertigen Blin auf einen flachen Teller legen, mit Butter schmieren und schnell eine andere Teigportion auf die Pfanne gießen.

Man kann Bliny mit konditionierter Milch oder zerlassenem Butter oder Jam servieren. Man kann aber auch sehr verschiedene Füllungen benutzen, wie zum Beispiel Reis mit gebratenem Hackfleisch, Spinat, Quark mit Vanillezucker und Rosinen, Pilze, Kaviar – also alles, was Ihre Fantasie ausdenkt und was Ihnen schmecken wird.

Wir wünschen Ihnen guten Appetit und fröhliche Masleniza!

 

B. Kustodijev. Masleniza

Masleniza im Februar 2010

Fotos von der Seite: http://de.wikipedia.org/wiki/Masleniza