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«Ich bin im Krankenhaus. Ueberweise das Geld auf 89613739302 Beeline. Ich erkläre dir alles später.».

So eine SMS habe ich heute gegen 6:00 Morgen bekommen. Von absolut mir unbekannter Nummer und nicht unterschrieben. Ich habe Ruhe verloren.

Vor paar Tagen hat mir meine erwachsene Tochter per SMS berichtet, sie hat Probleme mit Nieren, die ersten Alarmglocken haben am 1. Januar geklingelt – sie hat plötzlich eine Nierenkolik bekommen und wurde mit Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert. Damals wurden  einige Untersuchungen durchgeführt, sie hat Empfehlungen bekommen und durfte nachhause gehen. Ich wusste also, sie ist in Behandlung und es wird nicht so bald gelöst.

Heutige SMS hat mich in Panik gebracht. Meine Tochter übernachtete bei ihrem Freund und ich habe  mir bildhaft vorgestellt, dass sie wieder eine Kolik oder noch was schlimmeres bekommen hat und wurde wieder ins Krankenhaus eingeliefert. Ich sah, die SMS ist anonym und der Stil ist ungewöhnlich für meine Tochter, aber andererseits konnte sie die SMS von fremdem Handy schicken, im Schock von passiertem – ich konnte nicht mit absoluter Sicherheit überzeugt sein, dass die SMS nicht von ihr war. Wenn es heller Tag wäre, würde ich wahrscheinlich sofort laufen und das Geld auf die Nummer senden?  Aber hinter dem Fenster war es dunkel, ich lag und auf anständige Zeit für Anruf wartete.

Lange habe ich es es nicht ausgehalten und den Freund meinen Tochter angerufen. Meine Frage klang: „Was ist passiert??“. Mit schläfriger Stimme hat mir der junge Mann geantwortet, dass alles in Ordnung ist und ähnliche SMS nun durch Perm kursieren und es ein Betrug ist, man darf es nicht ernst nehmen.

Ich habe mich für die Störung entschuldigt und lag noch eine Weile im Bett. Gedanken, die durch meinen Kopf Stunden gelaufen sind, wollten nicht verschwinden, ich habe immer wieder die Bilder mit Krankenhaus und meinem leidenden Kind gesehen… Was alles ich nur gedacht habe, es würde für einen Horrorfilm reichen – Infusionen, Operationen, ich habe sogar ganz ernst überlegt, ob meine Niere genug gut für meine Tochter wäre, wenn sie es brauchen sollte…

Also, alles Betrug. Ich wusste natürlich, wie viele Betrüger durch SMS-Netze leichtgläubige Menschen berauben. Wenn meine Tochter zuhause wäre, könnte ich die SMS einfach löschen und weiter schlafen. Aber alles war anders und der Grund für Angst war real – die Nierenprobleme. Was sollten dann Menschen fühlen, die vielleicht noch mehr Gründe haben für ihre nächste Menschen unruhig zu sein?

Ich habe die Zeile der SMS im Google-Suche getippt. Und gesehen, es ist gar keine Permer „Erfindung“. Verschiedene Regionen Russland berichten darüber in Foren, meiste Menschen lachen darüber, es gibt aber die, die es wirklich ernst nehmen und das Geld überweisen. Das, dass ich einen PlasmaFS gewonnen habe und einen Prozent von seinem Preis auf gewisse Nummer schicken muss, würde mich kalt lassen – ist schon bekannter Betrug. Prozente von grossen Gewinnen in irgendeinen Lotterien  und Hilfe für eine Hausrenovierung – so sind auch die SMS-Nachrichten, die russische Weiten überdecken. Foren lachen, Behörden schweigen, Miliz erlebt nun „Wende“… Wer soll sich mit dem Problem beschäftigen? Warum lässt grosser Staat seine Bürger so frech betrügen?

Gott sei Dank, ist meine Tochter in Ordnung. Ein paar Stunden Nervösität – ob es wirklich ein Grund ist, darüber zu schreiben? Vergessen, aus dem Kopf wegwerfen….

Ich stelle mir aber eine Rentnerin vor, die letztes Geld auf so eine Nummer schickt, weil sie denkt, ihr Enkel ist im Krankenhaus, leidet und braucht ihre Hilfe… Ist es wirklich so harmlos und lächerlich?

Aktualisiert (16. März 2011)