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Politik - Russland und Ausland

 

Am 12. Mai haben wir über die Situation von Krim-Status und dem Einreiseverbot für den Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow in die Ukraine berichtet. Verlust von Territorien, Landesansprüche, Frage der Gerechtigkeit, Fragen, wem was gehört und wer da eigentlich was zu sagen hat - das alles führt zu Streitigkeiten, Verstimmungen und oft zu kriegerischen Auseinandersetzungen, seit es Menschen auf dieser Erde gibt.

 

Medien berichten oft sehr kühl darüber und versuchen möglichst keine Stellung zu nehmen, um der einen oder der anderen  am Streit Beteiligten nicht all zu nahe zu treten. Auf unseren Seiten haben Sie die hervorragende Möglichkeit verschiedene Thematik mit den Augen der Beteiligten zu betrachten, also der Menschen, welche die Geschehnisse direkt betreffen, ob direkt oder indirekt. In folgendem kann die Problematik aus der Sicht der russischen Menschen betrachtet werden. Also, sehr authentisch. Diese Authentizität fehlt meistens in den heutigen Medien.

 

Um Ihre Meinungen zu äussern, haben wir neulich eine Blog Seite erstellt, wo Ihre Kommentare und Meinungen zu jeweiligem Thema auch für andere Leser zugänglich gemacht werden.

Tomas Gal 

 

Die Halbinsel Krim:

Zwischen Ukraine und Russland

von Elena Pisawnina

 

KrimDer uralte Boden der Krim kannte viele Völker, die ihn besitzen wollten: Taurer und Kimmerier, Skithen und Sarmaten, Griecher und Römer – die Liste kann man noch lange fortsetzen.Im Jahre 1783 hat  Russland die Krim bei dem Osmanischen Reich abgerungen, die Halbinsel ist seitdem für Russen geliebte Kurort und wichtige Hochburg auf dem Schwarzen Meer geworden.

 

Wie aus Wikipedia zu entnehmen ist, ist die Krim (russisch Крым/Krym; ukrainisch Крим; krimtatar. Qırım) ist eine Halbinsel im nördlichen Schwarzen Meer und autonome Republik innerhalb der Ukraine mit einer Fläche von 26.100 km² und rund 1,98 Millionen Einwohnern (Dezember 2005). Offiziell heißt sie Autonome Republik Krim (ukrain. Автономна Республіка Крим/Awtonomna Respublika Krym, krimtatarisch Qırım Muhtar Cumhuriyeti).  Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Krim

 

Russische Zaren und Fürsten haben in die Krims Wirtschaft grossen Beitrag eingelegt. I.Aiwasowski, A. Puschkin, L.Tolstoj, A. Tschechov, A. Achmatowa, W.Chlebnikow, A.Grin  – die heilige Namen für russische Kunst und Literatur, die mit der Krim festverbunden sind. Nachimow und Uschakow – berümte Admirale der russischen Kriegsmarine, die ihre hervorragende Siege neben den Krim-Ufern davongetragen haben. Sewastopol, die Stadt der russischen Kriegsmarinenruhm, bewahrt und geehrt bisher die Erinnerung, wie selbstlos die russischen Soldaten und Offizieren ihre Freiheit vor vereinigten englischen-französischen-türkischen Mächten (1854-1855) und Faschisten (1942) verteidigten.

 

Im 1922 wurde die Sowjetunion gegründet, die viele Territorien und Völker in sich enthalten hat. Die Krim wurde als Unionskurort entwickelt und proklamiert, von allen Enden der riesigen Staat fuhren Persönlichkeiten und einfache Arbeiter, um an dem Meer Urlaub zu machen. Das berühmter Kinderlager „Artek“ sammelte Kinder aller Rassen und Völker und schenkte ihnen Gesundheit und unvergessliche Erinnerungen an  Sommer, Seewellen und richtige internationale Freundschaft. Die Einheit der Sowjetunion schien in diesen Zeiten ewig zu sein, darum hat der Parteivorsitzender und Regierungschef Nikita Chruschtschow im 1954 die Krim, als Zeichen der Freundschaft zu Dreihundertjahrfeier des Vertrags von Perejaslaw  http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Perejaslaw , leicht an die Ukrainische SSR geschenkt. Im Rahmen eines Staats hatte das keinen Unterschied, welcher Republik die Halbinsel gehört, ausgemacht , aber nach der Auflösung der Sowjetunion im 1991 hat Russland das Recht auf die Krim automatisch verloren.

 

Der Verlust hat die Russen sehr schmerzhaft getroffen, das sah als schreckliche Ungerechtigkeit aus: Chruschtschow, der selbst Ukrainer war, hat seiner Heimat das Land, das von Russland erkämpft, verteidigt und zivilisiert wurde, einfach so verschenkt. Im März 1991 hat in 10 Republiken der noch bestehender Sowjetunion ein Referendum über die Bewahrung der Sowjetunion stattgefunden. 76,4 % der Wahlberechtigten Bürger stimmten dafür, also, für die weitere Existenz der Union. Im Januar 1991 sprach sich auch die Mehrheit der Bevölkerung von Krim in einem Referendum für die Schaffung einer autonomen Republik Krim innerhalb der Sowjetunion aus. Das hat jedoch keinen Einfluss auf die Weiterentwicklung der Geschichte genommen, die Krim, die viele Russen seit Kindheit liebten, wurde zu Ausland. Aber nicht nur die Russen haben etwas verloren. Die Bevölkerung der Krim, die meistens von Tourismus lebt und für die gerade russische Erholenden einen wichtigen Teil des Einkommens der Einwohner der Krim brachten  (wer wohl sonst möchte ohne hochwertigen Komfort für nicht weniges Geld leben, als nicht die unverwöhnten Russen?)  haben den Verlust gespürt.

 

Falgge Krim Am 6. Mai 1992 verabschiedeten die Abgeordneten des Parlaments in Simferopol eine Verfassung der Republik Krim. Nach Protesten des ukrainischen Parlaments wurde die Verfassung der ukrainischen Gesetzgebung angepasst. Die Krim verfügt jetzt über ein eigenes Wappen und eine Flagge.

 

August 2002

Die Westkrim. Armut springt in Augen: zerstörende Bushaltestellen, uralte Büsse, unbearbeitete Felder. Sewastopols Uferstraße: Kioske mit Aufschrift „Sojuspetschat’“ („Unionspresse“) - nach 10 Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion!


Die Südkrim: die Aussichtsplattform neben dem berümten Palast „Lastotschkino Gnezdo“ („Schwalbennest“) – Müllhaufen vor den Augen.

 

August 2006.

Die Westkrim. Dieselbe Armut ist zu beobachten. „Tataren besitzen unberechtigt alle möglichen Territorien und sind frech zu Russen und Ukrainern", klagen die Einwohner.

 

Mai  2007.

Die Südkrim.

Die Nato hat auf der Krim sein Manöver geplant, die Einwohner haben in Feodosia Protestposten gestellt und das Manöver haben nicht stattgefunden. Siehe auch der Artikel -  USA-Militärs verließen die Krim von Irina Wolkowa - AG Friedensforschung an der Uni Kassel

 

April 2008.

Das Parlament der Ukraine – die Werchowna Rada - hat das Manöver der NATO auf der Krim erlaubt.

 

Mai 2008.

Der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow ist nun für die Ukraine persona non grata: wegen seinen Erklärungen, dass Sewastopol nicht zu den Gebieten gehört, die von Chrutschov an die Ukraine uebergeben wurden (siehe auch unser Beitrag von 12.Mai 2008 und die Frage des Status der Stadt der russischen Marinenruhm lösen muss, hat er kein Recht mehr, die Grenze der Ukraine zu ueberschreiten.


Die Führung der autonomen Republik Krim hat erklärt schon lange: Krim will autonom sein und eigene Regierung haben. Ein Teil der Einwohner strebt sich zu Rusland, anderer möchte gewisse Selbstständigkeit in Rahmen der Ukraine haben. Die Frage der Gerechtigkeit bleibt: offensichtlich wurden im 1991 nicht alle Möglichkeiten angesehen, aber es ist passiert – Jelzin hat die Krim vergessen, vor ihm zeichnete sich Präsidentschaft ab, darum interessierten ihn nicht zu viel Referendumen und Halbinseln. Man kann die Luschkows Worte als taktlose und sogar agressive bezeichnen, aber man kann auch Kiev fragen: was hat die Ukraine dafür gemacht, um das einmalige Land – die Halbinsel Krim – zur Prosperität zu bringen?

 

Die wichtigsten Daten im Überblick

Jahr

Ereignis

300.000
v. Chr.

Erste Besiedlung durch frühe Vertreter der Hominiden (Neandertaler)

422 v. Chr.

Griechische Kolonisten aus Herakleia Pontike besiedeln Kalamita und Chersones (Stadt)

1783

Stadtgründung unter russischer Besetzung

1854 bis 1855

Krimkrieg

1942

Belagerung und anschließende Eroberung von Sewastopol durch die deutsche Wehrmacht

1945

Sewastopol wird zur Heldenstadt erklärt

1954

Nikita Chruschtschow übereignet die Krim mit Sewastopol der Ukrainische SSR

1991

Zusammenbruch der Sowjetunion.

1994

Öffnung der geschlossenen Stadt Sewastopol für Krimbewohner.

1996

Öffnung der geschlossenen Stadt Sewastopol für alle Ukrainer und Ausländer.

1997

Vertrag zwischen der Ukraine und Russland über den Verbleib der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol.

2017

Der Vertrag über den Verbleib der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol läuft aus.

 

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sewastopol
 

http://de.rian.ru/postsowjetischen/20080512/107178071.html
 

Photoalbum Sevastipol http://foto.sevastopol.info/gallery/history/ehistory01.htm

Aktualisiert (15. Mai 2008)