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Wissen - Geographie

Seltsamerweise wissen Menschen in Westeuropa nicht über Baikalsee viel:

es ist der tiefste (über 1700 Meter), der älteste (mehr als 25 Millionen Jahre) und der wasserreichste Süßwassersee der Erde. Seine Wassermenge ist doppelt so groß wie die der Ostsee. Im Übrigen soll der 630 Kilometer lange See an den Ufern komplett abgeholzt und, ökologisch gesehen, total hinüber sein.

Wer dagegen in Listwjanka steht, findet sich auf einmal in einem russischen Märchen mit sakralem Wasser, kitschigen Wolken und endlosen Wäldern wieder. Nicht umsonst nennen die Sibirjaken, die Bewohner Sibiriens, den Baikalsee "Heiliges Meer".
Denn wer die Augen schließt und nur für einen Moment nicht aufpasst, der lässt die Seele hier, der wird immer wiederkommen, sagen sie lachend. Weil hier die Welt nicht aufhört, sondern anfängt.
 
Auf dem Baikalsee gibt es zwei Dutzend Inseln, und wer will, kann tagelang auf dem See unterwegs sein.
 
Mehr als 300 Flüsse und Bäche strömen aus den umliegenden Bergen in den Baikal, doch gibt es nur einen einzigen Abfluss, die Angara an der Südspitze des Sees. Die grössten Zuflüsse sind die Selenga, der Barguzin und die Goloustnaja. Das Selenga-Delta nimmt die Fläche von 546 Quadratkilometern. Es beherbergt ein riesiges Reservat für unzählige Vogelarten. Dieses weiträumige Gebiet mit der Vielfalt der dort lebenden Vogelwelt dient als Brut- und Rastgebiet für zahlreiche Wasservogelarten sowie auch für viele Zugvögel. Das Delta ist sehr günstig für Vögel als Futterquelle, weil es auf vielen umliegenden Inseln viele Fische und Insekten gibt. Zur Herbstzeit ziehen durch das Selenga-Delta über 5-7 Mio Vögel: Störche, Schwäne, silberne Möwen, Kibitze, Rohrdommeln, Sperlinge und noch eine Menge seltener Vogelarten.
 
Das besondere Klima des Baikal gibt bis heute viele Rätsel auf. Obwohl der See im Herzen Sibiriens liegt und die Temperatur hier im Winter bis 40 Grad unter Null fällt und die jährliche Durchschnittstemperatur im Minusbereich liegt, werden am Baikal mehr Sonnentage gezählt als in den Kurorten auf der Krim, die Sonne scheint an 280 Tagen im Jahr. 
 
Burjatien ist eine multinationale Republik. Dort leben über 60 Nationalitäten und Völkerschaften. In dem bunten Gemisch vieler Nationalitäten sind die größten Bevölkerungsgruppen die Burjaten und Russen. Es gibt aber auch Ukrainer, Weißrussen, Tataren, Ewenken. Insgesamt zählt die Bevölkerung der Republik über 1 Million Einwohner.
 
Das Zusammenwirken zweier unterschiedlicher Kulturen – des Ostens und des Westens – spiegelt sich in der Geschichte des nomadischen Burjatenvolkes und seiner traditionellen Kunst wider. Die nomadische Lebensweise formte auch ein besonder Prägung der burjatischen Volkskunst, die bis heute ein stetiges Interesse der Kunsthistoriker und Kunstkenner auslöst. Auch viele Touristen sind daran besonders interessiert.

Aus Wikipedia:

Der Baikalsee ist Teil einer kontinentalen Riftzone (Grabenbruch). Dieses so genannte Baikal-Rift, das sich seit Jahrmillionen von einer Schwächungszone zu einer Riftzone entwickelt hat, erweitert und vertieft sich nach wie vor um jeweils ca. 2 cm pro Jahr.

Weil hier die eurasische und die amurische Platte auseinanderdriften, entstehen Risse in der Erdkruste; bedingt wird dies durch die Kollision der weit südlich vorgelagerten Indischen Platte, die wie ein Keil die zuvor genannten Platten auseinanderdrückt. Die Zone des Baikal-Rifts, welche die größte Schwächung aufweist, liegt im Bereich des Baikalsees.

Der Riss, in dem der See liegt, ist etwa 1.600 km lang, fast 6 km tief und mit Sedimenten aufgefüllt. Daher reicht der Baikalsee „nur“ bis in 1.625 m Tiefe. Damit befindet sich im tiefsten See der Erde auch deren tiefste Kryptodepression.

 

 

 
 

 
1996 wurde die Baikal-Region von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt

Aktualisiert (26. Mai 2008)